unser Eingewöhnungskonzept

Stand März 2019


Eigentlich beginnt die Eingewöhnungsphase mit dem Schnuppernachmittag, zu dem jene Kinder mit ihren Eltern eingeladen sind, für die der Kindergartenbeginn unmittelbar bevorsteht.

 

An diesem Nachmittag

  • darf Ihr Kind den Nestgruppenraum und seine Spielangebote erkunden und hat die Möglichkeit, mit anderen Kindern in Kontakt zu treten.
  • haben Sie die Gelegenheit, gleichgesinnte (weil ebenfalls betroffene) Eltern kennenzulernen.
  • werden Sie mit den Eckpunkten unseres Eingewöhnungsprozederes vertraut gemacht.
  • bekommen Sie wichtige Hinweise zu scheinbar banalen Dingen: Wie kann ich mein Kind durch die Auswahl geeigneter Kindergartenutensilien (v.a. Tasche, Jausenbox, Hausschuhe) unterstützen?
  • erhalten Sie Informationen, wie Sie ihr Kind auf den bevorstehenden Kindergartenbeginn einstimmen können.
  • können Sie alle Fragen abklären, die Ihnen in Verbindung mit dem bevorstehenden neuen Lebensabschnitt auf dem Herzen liegen.
  • nutzen wir die Gelegenheit, Bedürfnisse und Ressourcen der Familien hinsichtlich des gestaffelten Beginns unserer neuen Kinder abzuklären, damit wir eine passende Einteilung vornehmen können. Die Kindergartenneulinge starten nämlich nicht alle am selben Tag, wenn möglich, sogar nur eines pro Woche.

Wir schlagen vor, dass jedes Kind an diesem Schnuppernachmittag von zwei Bezugspersonen begleitet wird. So ist gewährleistet, dass sich Ihr Kind sicher genug fühlt, um den Nestgruppenraum mit seinen Spielangeboten optimal erkunden zu können, und dass Sie Ihre volle Aufmerksamkeit dem Vortrag widmen können.

 

Bitte denken Sie daran, für sich und Ihr Kind evtl. Hausschuhe mitzubringen.

 

Des Weiteren möchten wir uns vorab mit Ihnen zu einigen wichtigen Aspekten austauschen:

  • Hat Ihr Kind bereits Vorerfahrungen mit außerhäuslicher Betreuung (wie Tagesmutter, Krabbelstube, Spielgruppe)?
  • Welche persönlichen Vorlieben und Abneigungen hat Ihr Kind?
  • Wie lange haben Sie Zeit für die Eingewöhnung?
    Wir sind der Überzeugung, dass eine bindungsorientierte (sanfte) Eingewöhnung (siehe unten) die angemessene Form für Kinder ist, sich an eine fremde Umgebung und neue Personen zu gewöhnen. Uns ist aber sehr wohl bewusst, dass es für Familien aus privaten oder beruflichen Gründen schwierig sein kann, zwei bis drei Wochen lang die Zeit gemeinsam mit ihrem Kind im Kindergarten zu verbringen bzw. es schon nach kurzer Zeit wieder abzuholen. Seien Sie gewiss: Gemeinsam finden wir eine gute Lösung!

 

Die konkrete Umsetzung der bindungsorientierten Eingewöhnung:

  • Für den Beginn empfehlen wir, dass drei Tage lang ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind für jeweils eine Stunde im Kindergarten verweilt. Diese Zeit nutzen wir Pädagoginnen, um Ihr Kind zu beobachten und zusammen mit Ihnen einzuschätzen, wann wir ihm eine erste kurze Trennung zumuten können. Im Verlauf der weiteren Eingewöhnung wird die Zeit, in der es alleine im Kindergarten bleibt, allmählich gesteigert. Dabei berücksichtigen wir die Persönlichkeit des Kindes bzw. auch die Zeitressourcen der Eltern.
  • Sie als wichtigste Bezugsperson haben in diesen ersten Tagen eine wichtige Aufgabe während der gemeinsamen Zeit im Kindergarten:

 

Beschenken Sie Ihr Kind mit Ihrer vollen Aufmerksamkeit. Beobachten Sie, was es tut, womit es spielt und mit wem es in Kontakt tritt. Bestärken Sie es, wenn es Interesse am Spielen zeigt. Seien Sie seine sichere Basis.

 

Empfangen Sie es herzlich, wenn es auf Ihren Schoß möchte. Es braucht dann vielleicht eine kurze Erholungspause und genießt die Nähe zu Ihnen. Seien Sie sein sicherer Hafen.


  • Wenn Ihr Kind erstmals kurz allein im Kindergarten ist, sollten Sie im Haus bleiben. Wir haben dafür in der Aula unseren Elternhafen eingerichtet. Wenn sich Ihr Kind dann schon so gut eingelebt hat, dass Sie für einige Zeit unser Haus verlassen, bleiben Sie bitte telefonisch erreichbar!.
  • Wenn Ihr Kind bei der Übergabe weint, und Sie sehr besorgt sind, rufen wir an bzw. schicken eine Nachricht, sobald es sich beruhigt hat.
  • Sollte Ihr Kind einmal so großen Stress empfinden, dass wir es gar nicht trösten können, melden wir uns umgehend bei Ihnen. Denn in diesem Fall braucht das Kind Mutter bzw. Vater als vertraute Bezugsperson, um sein emotionales Gleichgewicht wiederfinden zu können.
  • Lieblingsstofftier, Schnuller,... gewohnte, lieb gewonnene Dinge von Zuhause können die Eingewöhnung für das Kind erleichtern und dürfen mitgenommen werden.

Während der Eingewöhnung bemühen wir uns darum, das Vertrauen Ihres Kindes zu gewinnen und mit ihm eine Beziehung aufzubauen - feinfühliges und aufmerksames pädagogisches Handeln ist dabei sehr wichtig und braucht hohe Professionalität.

Es ist uns ein Anliegen, jede Familie während des Eingewöhnungsprozesses - und damit auch beim ersten Loslösen des Kindes von der Familie - individuell zu begleiten.